Dorfzeitung Engeln und Umgebung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 







Schultreffen in Oerdinghausen

Das waren noch Zeiten, als jeder kleine Ort seine eigene Schule hatte! Auch in Oerdinghausen gab es eine eigene Schule für die kleinen Bewohner. Es war zu Ostern im Jahr 1950, als die damals 6jährige Elsbeth Wessel ihr Schülerleben begann – in Oerdinghausen. Vier Klassen wurden in einem Raum unterrichtet – für uns in heutigen Zeiten undenkbar. Das Schulgebäude bestand aus zwei Klassenzimmern, dem Schulhof und – einem Plumpsklo!

 

Damals wie heute waren die Lehrer sehr unterschiedlich, doch Disziplin spielte immer eine große Rolle. Elsbeths erster Lehrer, ein großer, kräftiger Mann, war ehemaliger Offizier – und das merkte man ihm an! Er erzählte von seinen Erfahrungen aus Ostpreußen, und auf dem Schulhof ließ er die Schüler stramm stehen und vier bis fünf Runden marschieren. Ein anderer, jüngerer Lehrer, der aus Helmstedt nach Oerdinghausen gekommen war, arbeitete liberaler. Er weckte Interesse bei den Kindern, wenn er ihnen z. B. im Fach Erdkunde aus der großen weiten Welt erzählte. Doch bei allem Spaß herrschte auch bei ihm Disziplin – also Ruhe und Aufmerksamkeit während des Unterrichts.

 

Auch Gerda Laue, die damals noch Henke hieß und zwei Jahre älter ist als Elsbeth, ging in Oerdinghausen zur Schule. Und Ingelore Kehlbeck, Marlies Knake und noch einige andere, deren Namen vielen heute noch gut bekannt sind. Die Schüler kamen vom Ziegenberg, von der Wohldheide und aus der näheren Umgebung, doch Schulbusse gab es damals noch nicht. Auch ein Fahrrad stand längst nicht jedem Pennäler zur Verfügung. Der Schulweg musste zumeist per pedes bewältigt werden – im Winter bei Schnee und Eis nicht immer vergnüglich, sondern für die Kinder eine echte Herausforderung.

 

Als Treffpunkt zum Spielen am Nachmittag diente der Lebensmittelladen Lüpke im Haus von Aufderheide in der Oerdinghauser Straße. Von hier aus wurden Feld und Flur „unsicher“ gemacht, gern spielten die Kinder in dem kleinen Wäldchen gegenüber des Ladens. Doch auch am Nachmittag waren die Kinder vor ihren Lehrern nicht „sicher“. Wenn der gestrenge Schulmeister in Sicht kam, ertönte ein kurzer Warnruf, und hastdunichtgesehen war die Rasselbande in einem kleinen Feldweg verschwunden. Wenn die Flucht nicht rechtzeitig gelang, musste dem Lehrer Rede und Antwort auf die am meisten gefürchtete Frage gegeben werden: Hast du deine Hausaufgaben schon erledigt?

 

Bis in die späten 1950er Jahre konnte sich Oerdinghausen einer eigenen Schule rühmen – dann wurde die Zwergschule geschlossen, und die Kinder mussten mit dem Bus in die Schule nach Asendorf fahren. Die Jahre gingen ins Land, Gerda Henke hatte längst ihren Lehrberuf begonnen, Elsbeths kleine Schwester Sigrid hingegen zählte erst ein paar Lenze und verbrachte den Großteil ihrer Schulzeit bereits in Asendorf.

 

Vielleicht lag es an dem engen Miteinander der verschiedenen Jahrgänge, vielleicht an den wenigen Kindern, die in derselben Schulstufe gleichzeitig die Schulbank drückten – mit den Jahren wuchs die Sehnsucht nach den lieben bekannten Gesichtern der Mitschüler, die Zeit für ein Klassentreffen war gekommen. Klassentreffen? Bei vier oder fünf Schülern pro Klasse aus Oerdinghausen lohnte sich das nicht. Warum also nicht lieber ein Oerdinghauser Schultreffen organisieren?

 

Die Idee war geboren. Und da sie von Frauen geboren wurde, stand der Entschluss fest: Jedes Jahr treffen sich die Schulabgängerinnen aus Oerdinghausen, sprechen über die neuesten Ereignisse und lassen alte Zeiten Revue passieren. Der erste Termin wurde organisiert, und seither ist in jedem Jahr eine ehemalige Schülerin für das Treffen zuständig. Sie koordiniert den Termin, sucht einen passenden Ort aus und verschickt die Einladungen.

 

Das diesjährige Treffen fand am 28.06.2011 im Heuhotel Heidhoff in Oerdinghausen statt. Die Sonne brannte heiß vom strahlend blauen Himmel, köstliche Torten luden zum Anbeißen an, und dieDamen präsentierten sich in bester Stimmung. „Weißt du noch, wie ...“ begannen eine Reihe von Geschichten, an die man sich gemeinsam erinnerte. Doch was im einzelnen erzählt wurde, soll hier nicht wiedergegeben werden. Wir stehlen uns hier aus der Runde und wünschen auch weiterhin viel Freude beim jährlichen Schultreffen!

 

Beate Braumann

 

Erkennt ihr uns auf den Bildern? Hier sind unsere Namen:

 

Gerda Laue                        geb. Henke

Sigrid Papenhausen            geb. Wessel

Steffi Bock                         geb. Heitmann

Hilde Hamann                     geb. Korte

Annegred                           geb. Tönjes

Monika Logemann               geb. Stein

Annedore Müller                        geb. Rehmstedt

Gitta Schnider                        geb. Mosny

Angelika                        geb. Kuhnd

Gerda Bartels                        geb. Volkmann

Marlis Windhorst                        geb. Volkmann

Ingelore                        geb. Kehlbeck

Inge Kohlhoff                        geb. Brinkmann

Ursel                        geb. Niebuhr

Marlies                        geb. Knake

Hannelore                        geb. Aufderheide

Annegret Weihrich                        geb. Fritsch

Ursel Kleemeier                        geb. Lüpke

Elsbeth Thomas                        geb. Wessel